TFO TheaterFreunde Oberjosbach - Ein Herz für das Amateurtheater
Amateurtheater übernehmen in kleineren Städten und Gemeinden so etwas wie eine kulturelle Grundversorgung. Sie stärken Gemeinschaften, weil sie Menschen über Generationen und soziale Grenzen hinweg zusammenbringen. Auf unserer Amateurbühne spielen ganz unterschiedliche Persönlichkeiten. Sie alle wollen ihrer Kreativität und ihren persönlichen Fähigkeiten Raum geben, sich aktiv mit Theaterkunst auseinanderzusetzen, sich künstlerisch ausdrücken, ausprobieren und entwickeln. Im Alltag sind sie Bäcker oder Bänker, Lehrerin oder Lackierer – auf der Bühne sind sie leidenschaftliche und professionelle Schauspielerinnen und Schauspieler.
Allerdings hat das Theater in jüngster Zeit gewissermaßen Konkurrenz bekommen – und zwar ausgerechnet auf den Bühnen der Politik. Vorbei die Zeiten, in denen es das Privileg von Schauspielern war, mit außergewöhnlichen Auftritten zu unterhalten oder mit bemerkenswerten Inszenierungen zu provozieren. Alternative Fakten und bizarre Szenen gehören neuerdings zum Fernseh- und Twitter wirksamen, politischen Repertoire. Da mag die Wirklichkeit das Theater manchmal auch an Wahnsinn überbieten.
Doch im Gegensatz zu populistischen Parolen, die Ängste schüren und Fake News, die Verwirrung stiften, lässt die Theater (Kunst) uns klarer sehen.
Wo Populisten aus der Abwertung Andersdenkender, Andersglaubender und Anderslebender politischen Profit für ihre nationalistische Ideologie zu schlagen versuchen, kann auf der Bühne sichtbar und spürbar werden, was Menschen bei aller Verschiedenheit als Menschen verbindet. Wo eine lautstark pöbelnde Minderheit die schweigende Mehrheit mit ihrer Fremdenfeindlichkeit beschämt, wo zwischen verhärteten Fronten Sprachlosigkeit herrscht, können Theater als Stätten öffentlicher Verhandlung von Konflikten und gesellschaftlicher Selbstreflexion zur Verständigung beitragen und demokratischen Werten auch jenseits argumentativer Auseinandersetzung Gehör verschaffen.
Deshalb bin ich froh, dass wir mit dem TFO ein Amateurtheater haben, in denen wahre Liebhaber am Werk sind und mit viel Herzblut und persönlichem Einsatz dafür sorgen, dass wir auch in der Region ein großartiges Kulturangebot haben.
Und weil es nicht nur gute Schauspielerinnen und Schauspieler braucht, um eine Produktion erfolgreich auf die Bühne zu bringen, entfacht die Spielleidenschaft einiger mitunter die Begeisterung aller, benötigt es auch ein engmaschiges Netz aus Unterstützerinnen und Unterstützern, welches bereit ist, Kostüme zu nähen und Kulissen zu bauen, das Catering zu organisieren, Plakate zu gestalten und Eintrittskarten zu drucken. So entsteht um das Amateurtheater herum im besten Sinne eine Bürgerbewegung.
Amateurtheater brauchen jede helfende Hand und jede kräftige Stimme und wenn möglich, auch finanzielle Unterstützung.
Unsere Region ist lebens- und liebenswert. Damit das so bleibt, wollen wir TheaterFreundinnen und Freunde Sie auch in 2025 bestens unterhalten.
Quelle: Klaus-Dieter Trispel, 1. Vors. TFO