Das sind die möglichen Kandidaten in Niedernhausen
In Niedernhausen stellen sich zur Kommunalwahl am 15. März 2026 die Kandidaten von fünf Parteien vor. Ziel ist es, den Bürgerinnen und Bürgern einen besseren Überblick über die Personen und ihre politischen Ziele zu geben.
Das Schäfersberg-Team hat die Kandidaten vorab um Stellungnahmen gebeten. Moderiert wird die Vorstellung von Bernd Griemsmann. Die Kandidaten sind:
• CDU: Christian Brinker
• SPD: Tobias Vogel
• Bündnis 90/Die Grünen: Rainer Brosi
• FDP: Alexander Müller
• WGN: Andreas Stähler
In der ersten Runde stellt sich jeder Kandidat selbst bzw. seine Partei vor. Dabei sollen die Schwerpunkte der kommenden Legislaturperiode erläutert werden sowie ein Ausblick auf längerfristige Projekte erfolgen. Auch frühere, noch nicht abgeschlossene Vorhaben sollen aufgegriffen werden.
Das Format wird bereits zum dritten Mal in dieser Form durchgeführt und folgt einem klaren Zeitrahmen, sodass jede Vorstellung rechtzeitig abgeschlossen wird.
WGN: Andreas Stähler ist gebürtiger Niedernhausener, studierte in Mainz Lehramt und war viele Jahre als Lehrer tätig. Seit über einem Jahr verfolgt er die Politik in Niedernhausen, nahm an Veranstaltungen und Sitzungen der WGN teil und fühlt sich der WGN verbunden. Er möchte sich konstruktiv und zukunftsorientiert für die Politik in Niedernhausen engagieren, wobei der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen für heutige und kommende Generationen ein zentrales Anliegen ist.
Rainer Brosi von Bündnis 90/Die Grünen ist 2020 während der Corona-Pandemie nach Niedernhausen in den Ortsteil Königshofen gezogen und hat dort schnell Wurzeln geschlagen. Gemeinsam mit seiner Gruppe möchte er sich aktiv in der lokalen Politik engagieren. Dabei geht es nicht um Bundespolitik, sondern um konkrete Themen vor Ort. Im Mittelpunkt stehen die Bedürfnisse der Gemeinde Niedernhausen, insbesondere bezahlbarer Wohnraum, altersgerechtes Wohnen, die Entwicklung des Bahnhofs sowie die Energiewende.
Christian Brinker ist 47 Jahre alt, verheiratet, Vater von zwei Kindern und lebt seit fast seinem ganzen Leben in Niedernhausen-Königshofen. Er ist Partei- und Fraktionsvorsitzender der CDU in Niedernhausen, stark im Vereinsleben engagiert und aktiver Feuerwehrmann. Im vergangenen Jahr hat die CDU einen personellen Umbruch vollzogen, sich verjüngt und dabei gleichzeitig auf Erfahrung gesetzt. Zudem wurden Seniorenunion, Frauenunion und Junge Union wieder aktiviert, um den Bürgerinnen und Bürgern in Niedernhausen bis 2026 ein breites politisches Angebot machen zu können.
Alexander Müller (FDP) lebt seit 28 Jahren in Niedernhausen. Er ist Diplom-Informatiker, IT-Sachverständiger und alleinerziehender Vater von vier Kindern. In Niedernhausen betreibt er ein Sachverständigenbüro. Politisch ist er in der Gemeindevertretung sowie im Kreistag aktiv, wo er FDP-Fraktionsvorsitzender ist, außerdem engagiert er sich landesweit als Generalsekretär der hessischen FDP. Er verbindet regionale und bundespolitische Themen, etwa Infrastrukturprojekte wie Ultranet, Wallauer Spange und die Bahnanbindung zum Flughafen. Zentrale Anliegen sind bezahlbarer Wohnraum, Mobilität, Digitalisierung, Transparenz und eine nachhaltige Lösung für die angespannte Finanzlage der Kommunen, um Steuererhöhungen zu vermeiden.
Tobias Vogel ist Fraktionsvorsitzender der SPD und gebürtiger Engenhahner. Er kandidiert seit der Kommunalwahl 2001 für die SPD, war acht Jahre Mitglied im Ortsbeirat Engenhahn und ist seit 2011 in der Gemeindevertretung Niedernhausen aktiv. Darüber hinaus engagiert er sich ehrenamtlich in der Feuerwehr Engenhahn. Beruflich arbeitet er als Projektleiter für den Neubau des BKA-Standorts Wiesbaden-Erbenheim und legt dabei einen Schwerpunkt auf nachhaltiges Bauen und Architektur. In Zeiten einer zunehmend chaotischen Weltpolitik setzt er in der Kommunalpolitik auf das Miteinander als verbindendes Element. Das SPD-Programm basiert auf vier Säulen: Kooperation und Transparenz, das Familienzentrum Fritz, eine soziale und gesunde Gemeinde sowie der Themenbereich Mensch und Natur.
Bernd Griemsmann bedankte sich für die Vorstellungsrunde und brachte anschließend mehrere Themen zur Sprache. Zum einen ging es um den Schulweg zur Theißtalschule für die Kinder vom Schäfersberg. Hier zeigte er sich insgesamt unzufrieden, insbesondere mit der Verbindung vom Schäfersberg zur Querverbindung Oberhäuser Weg, (die derzeit kein offizieller Weg ist).
Er regte an, entlang dieser Verbindung Elektrolampen mit Akku aufzustellen, ähnlich wie im Autal.
Weitere Themen waren der Wunsch nach einem 3-gegen-3-Basketballplatz sowie der Zustand der Straße am Schäfersberg, die inzwischen rund 32 Jahre alt ist und durch den Busverkehr erhebliche Schäden aufweist.
Zudem sprach er sich für Tempo 30, verstärkte Verkehrskontrollen und den Bau einer Schallschutzwand entlang der A3 bis Niederseelbach, idealerweise in Kombination mit Solaranlagen, aus. Abschließend wurden auch die Ticketpreise thematisiert.
Die Gemeinde hat für den Lenzhahner Weg einen Förderbescheid erhalten und kann die Maßnahme nun umsetzen. Bei Landstraßen ist sie weiterhin auf Hessen Mobil angewiesen, während sie bei anderen Projekten mehr Einflussmöglichkeiten hat. Der schlechte Zustand der Straße außerhalb des Orts wird anerkannt. Am Schäfersberg steht im Bereich Mobilität der Umbau der Bushaltestellen an, wofür ebenfalls Fördermittel bewilligt wurden. Grundsätzlich sind Bürgerwünsche nachvollziehbar, jedoch wird die finanzielle Lage der Gemeinde in den kommenden Jahren zu schwierigeren Diskussionen führen, da Projekte wie Straßensanierungen oder der Bau von Bolzplätzen sehr kostenintensiv sind. Für das laufende Jahr ist nach aktuellem Haushaltsentwurf voraussichtlich keine Grundsteuererhöhung vorgesehen, da noch Rücklagen aus wirtschaftlich guten Jahren vorhanden sind.
Beim Thema Schulweg wurde diskutiert, dass es einen offiziellen, längeren und beleuchteten Schulweg entlang der Straße gibt, der bestimmte Sicherheitsvoraussetzungen erfüllt. Eine kürzere Abkürzung existiert zwar, entspricht aber nicht diesen Standards. Zudem wurde betont, dass aufgrund der angespannten finanziellen Lage keine hohen kurzfristigen Ausgaben möglich sind. Insgesamt war es eine sachliche und konstruktive Diskussion, in der Sorgen und Wünsche der Bürger deutlich wurden, aber auch ehrlich auf die finanziellen Grenzen hingewiesen wurde.
Text, Bilder: Jochen Haupt, 17.01.2026