50 Jahre Aikido-Club Niedernhausen
Der Aikido-Club Niedernhausen (ACN) feiert am 01.11.2025 sein 50-jähriges Jubiläum mit einem Lehrgang in der Turnhalle der Theißtalschule in Niedernhausen. Dazu werden ab 15:00 Uhr über 40 Teilnehmer aus ganz Hessen erwartet. Der Lehrgang wird von den Meistern des ACN gestaltet und gibt auch Zuschauern einen Einblick in unsere Kampfkunst.
Bereits um 11:00 Uhr laden die Kinder- und Jugendtrainer unter dem Titel „Family and Friends“ zu einem Aikido-Training zum Mitmachen für Kinder, Jugendliche und Angehörige ein. Vorführungen werden das Training ergänzen und einen Eindruck von der Vielfalt des Aikido geben.
Aikido wurde als rein defensive Kampfkunst Anfang des 20. Jahrhunderts von Morihei Ueshiba entwickelt und kam in den 1960er Jahren nach Europa. Als einer der ersten Vereine in Hessen wurde 1975 der Aikido-Club Niedernhausen durch Manfred Jennewein (7. Dan) gegründet.
Fast auf den Tag genau vor 50 Jahren ist auch der heutige 1. Vorsitzende Michael Helbing (5. Dan) in den damals gerade gegründeten Verein eingetreten und hat die Entwicklung bis heute verfolgt und aktiv gestaltet. Doch lassen wir ihn selbst zu Wort kommen (Fragen von Bernhard Retzbach, 2. Vorsitzender des ACN):
BR: Vor 50 Jahren war Aikido in Europa und Deutschland ja noch nicht so bekannt. Was hat Dich damals motiviert, damit anzufangen?
MH: Ich war faszinieret von den Kung-Fu-Filmen mit Bruce Lee und wollte einen Kampfsport lernen. Und da ich nur drei Minuten zur Schulturnhalle gehen musste, dachte ich, das probiere ich mal.
BR: Was ist Dir aus der Anfangszeit noch besonders in Erinnerung?
MH: Vor allem die Wochenlehrgänge in Frankreich bei Meister Noquet und Hirokaza Kobayashi in den Jahren 1977, 1979 und 1981. Ich hatte damals erst den orangenen Gürtel und es war ein Erlebnis und eine Ehre mit diesen Meistern auf der Matte zu stehen. Dazu hatten mich meine damaligen Lehrer Manfred Jennewein und Klaus Chudziak motiviert. Auch die Wochenlehrgänge im Leistungszentrum Herzogenhorn am Feldberg waren immer etwas Besonderes.
BR: Manfred Jennewein hat den Verein seit der Gründung bis letztes Jahr geleitet und als Lehrer (zuletzt 7. DAN) die Entwicklung des Aikido in Niedernhausen und auf Landes- und Bundesebene maßgeblich gestaltet. Was macht das Aikido, wie es Manfred lehrte, so besonders?
MH: Manfred war eigentlich immer ein „Meister der leeren Hand“, der aber auch mit den Trainingswaffen gut umgehen konnte. Manfred hat Aikido immer auch als „Kunst der Bewegung“ vermittelt und den Aspekt der Selbstverteidigung in den Hintergrund gestellt. Er hat im Training auch immer großen Wert auf gegenseitige Rücksichtnahme und Respekt gegenüber dem Trainingspartner gelegt.
Besonders beeindruckt mich, dass Manfred sein Aikido bis ins hohe Alter erkennbar weiter-entwickelt hat. Nicht nur einmal begann er das Training mit den Worten „Wir machen die Technik jetzt anders!“ um anschließend eine neue, meist effektivere Ausführung zu zeigen.
Leider musste Manfred letztes Jahr aus gesundheitlichen Gründen aufhören.
BR: Du bist von Anfang an dabei und im Vorstand auch seit vielen Jahren als Technischer Leiter für die Organisation des Trainingsbetriebs und der Lehrgänge zuständig. Was begeistert Dich so an Aikido, dass Du bis heute durchgehalten hast?
MH: Von Anfang an bis heute ist mir wichtig, gemeinsam mit Partnern trainieren zu können, ohne ihnen weh tun zu müssen. Es macht mir Spaß, mein Können und meine Erfahrung im Training weiterzugeben. Beim gemeinsamen Üben mit ganz unterschiedlichen Partnern – auch aus anderen Vereinen – lerne ich auch immer noch selbst dazu, kann mich so weiterentwickeln und es hilft mir fit zu bleiben.
BR: Wo steht der Aikido-Club heute?
MH: Wir haben heute etwa 60 Mitglieder. Für die Erwachsenen bieten wir zwei Trainingseinheiten an. Das Kinder-/Jugendtraining findet erfreulich guten Zuspruch. Dies ist auch dem Engagement des Trainer-Teams um Michael Ehrhart (3. Dan) zu verdanken.
BR: Was wünschst Du dir für die Zukunft des Aikido-Clubs?
MH: Wie bei allen anderen Sportarten sollten sich die Menschen mehr in den Vereinen, insbesondere natürlich bei uns, engagieren und nicht nur im Sportstudio trainieren.
Wir freuen uns über jedes neue Mitglied, das Interesse an Aikido mitbringt. Das Training der Aikido-Techniken hat eine Menge positiver Effekte. Es fördert Koordination, Reaktionsfähigkeit sowie Gleichgewichtssinn und kann zum Stressabbau beitragen.
Es darf aber nicht verschwiegen werden: Aikido ist komplex. Und der Weg braucht Zeit. Aber gerade das ist ja das Herausfordernde und Faszinierende an dieser Kampfkunst.
Wer sich für Aikido interessiert, ist zu einem Probetraining herzlich willkommen. Näheres über unseren Verein findet man auf unserer Homepage www.aikido-club.com.
Quelle: Michael Helbing, PM vom 24.10.2025


