KommUnity: Erste Beschäftigte der Finanzverwaltung wechseln den Schreibtisch und arbeiten für Hessens Kommunen
Mit dem Programm „KommUnity“ unterstützt die Hessische Finanzverwaltung die Kommunen im Land für einen Zeitraum von zwei Jahren mit qualifiziertem Personal. Nach intensiver Vorbereitung ist im März die praktische Umsetzung gestartet: Die ersten Beschäftigten haben bereits ihren Arbeitsplatz gewechselt und bringen ihre Expertise ab sofort direkt in hessische Kommunen ein.
Finanzminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz erklärt:
„Viele Rückmeldungen aus den Kommunen und unserer Beschäftigten zeigen, dass KommUnity auf ein reges Interesse stößt und positiv aufgenommen wird. Über 400 Stellengesuche von fast 120 Kommunen haben uns in den vergangenen Monaten erreicht. Rund 100 unserer Beschäftigten haben bislang ihr konkretes Interesse für eine Teilnahme am Programm erklärt.“
Weiter führt Lorz aus:
„Im März war für KommUnity der Start der praktischen Umsetzung: Rund 20 Beschäftigte haben bis heute ihren Schreibtisch gewechselt oder stehen kurz vor ihrem Arbeitsbeginn in einer hessischen Kommune. Sie übernehmen etwa die Leitung der Gemeindekasse oder Finanzabteilung, arbeiten als Sachbearbeiter im Ordnungs- oder Stadtvermessungsamt und helfen somit dort, wo Handlungsfähigkeit entsteht: vor Ort, im Alltag, für die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes.“
Das Programm setzt gezielt bei einer der größten Herausforderungen der Kommunen an: dem Fachkräftemangel.
„Die Kommunen sollen durch KommUnity zeitnah qualifiziertes Personal erhalten, das sie aufgrund des Fachkräftemangels dringend suchen. Dank unseres KommUnity-Rabatts zahlen sie dabei nur 70 Prozent der Personalkosten. Neben der personellen Unterstützung bringt dies auch eine nennenswerte finanzielle Entlastung. Für unsere Beschäftigten bietet KommUnity neue berufliche Erfahrungen und manchmal auch eine heimatnähere Arbeitsstätte“, so Lorz.
Mit Blick auf den innovativen Ansatz betont der Finanzminister:
„Hat es solch eine personelle Unterstützung schon einmal gegeben? Nicht, dass ich wüsste. Politik muss bereit sein, mutig neue Wege zu gehen und dabei auch kreative Lösungen für besondere Herausforderungen finden. Dafür steht KommUnity und deshalb haben wir uns ganz bewusst dazu entschieden, diesen neuen Weg einfach mal auszuprobieren.“
KommUnity ist Teil des Zukunftspakts zwischen Land und Kommunen und steht allen hessischen Städten, Gemeinden und Landkreisen offen. Die teilnehmenden Kommunen profitieren nicht nur von zusätzlichem Personal, sondern auch von einer spürbaren finanziellen Entlastung durch reduzierte Personalkosten.
Derzeit haben rund 20 Beschäftigte ihren Einsatz in Kommunen aufgenommen oder stehen kurz davor. Dazu zählen unter anderem der Landkreis Gießen, der Main-Kinzig-Kreis, der Lahn-Dill-Kreis, der Kreis Groß-Gerau sowie Städte und Gemeinden wie Frankfurt am Main, Bad Camberg, Nidderau, Michelstadt oder Groß-Umstadt.
Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig: Beschäftigte aus der Steuer-, Bau- und Immobilienverwaltung bringen ihre Kompetenzen in unterschiedlichen Bereichen ein – von der Finanzverwaltung über Ordnungsämter bis hin zu technischen Fachbereichen. Zu den vertretenen Berufsgruppen gehören unter anderem Finanzwirte, Volljuristen, Betriebswirte, Verwaltungsfachwirte, Bauingenieure, Architekten und Personalsachbearbeiter.
Die Teilnahme am Programm ist für die Beschäftigten freiwillig. Interessierte können sich weiterhin auf offene Stellen der Kommunen bewerben. Parallel dazu laufen landesweit Gespräche zwischen interessierten Beschäftigten und den Personalverantwortlichen der Kommunen, sodass die Zahl der Teilnehmenden weiter steigen dürfte.
Möglich wird KommUnity durch eine vorausschauende Personalpolitik der Hessischen Finanzverwaltung. Eine demografieorientierte Personalentwicklung sowie Fortschritte in der digitalen Transformation – insbesondere in der Steuerverwaltung – schaffen die notwendigen Spielräume, um Personal zeitlich befristet abzugeben und gleichzeitig den eigenen Dienstbetrieb uneingeschränkt aufrechtzuerhalten.
Für die Kommunen erfolgt der Zugang zum Programm über eine zentrale Bedarfsabfrage. Auf dieser Grundlage werden passende Bewerberinnen und Bewerber vermittelt. Ziel ist es, den Einsatz vor Ort möglichst zeitnah zu realisieren und so schnell wirksame Unterstützung für die kommunale Aufgabenerfüllung zu leisten.
Text, Bilder: Jochen Haupt, 31.03.2026